Mitten in Angst, Flucht und Unsicherheit bleiben Natalie (Name geändert), Daniel und Bettina an der Seite der Menschen im Libanon. Während Bombardierungen den Alltag prägen und viele Familien ihr Zuhause verlassen müssen, spenden sie durch praktische Hilfe, Ermutigung und dem Vertrauen auf Gottes Liebe dort Hoffnung wo die Not besonders gross ist. Ein Einblick in ihren Einsatz unter herausfordernden Umständen.
Montag, 2. März, 4 Uhr morgens; heftige Bombardierungen im Süden Libanons und in Süd-Beirut. Natalies Handy klingelt. Am anderen Ende bittet eine verzweifelte Mutter um sicheren Unterschlupf. Natalie kennt die Frau. Sie haben sich 2024 im Krieg kennengelernt, als sie und ihre Familie in der zur Notunterkunft umfunktionierten Dorfschule Zuflucht fand. Seither hat Natalie sie mit anderen im Team regelmässig besucht, um mit der ganzen Familie Bibelgeschichten nachzuspielen und zu beten.
Daniel und Bettina machen in dieser Nacht kein Auge zu. Ihre drei Kinder im Bett wissen noch nicht, dass es wieder losgegangen ist. Während die Kinder weiterträumen, überlegen Daniel und Bettina, was zu tun ist. Es wird wohl eine Weile keine Schule geben. Wie geht es im Dienst weiter? Müssen sie den erst gerade begonnen Alpha-Kurs streichen, weil alle aus Vorsicht zu Hause bleiben? Wie können sie ihre Nachbarn ermutigen und den Menschen zur Seite stehen, die jetzt in der grössten Not sind?
Bei Natalie klingelt das Handy noch den ganzen Tag mit vielen ähnlichen Bitten. Sie kann es kaum erwarten wieder im Libanon zu sein, um vor Ort die aus dem Süden vertriebenen Libanesen zu umarmen, für sie zu beten und mit ihnen ihre Hoffnung in Gott zu teilen.
Bettina und Daniel organisieren einen Spiel- und Filmtag mit den Nachbarskindern rund um das Haus, während alle Erwachsenen im Hintergrund am Handy die Entwicklungen im Auge behalten. Ihren Einsatz des Tages, an dem sie über 900 Teenagern in einer Schulandacht von Jesus erzählen wollten, wird leider verschoben.
Am nächsten Tag ist auch Natalie im Libanon angekommen und sucht unter den 150 Menschen aus dem Südlibanon, die in einer Schule in Damour massenlagermässig einquartiert wurden, ihre Freunde. Sie sind erschöpft von der Flucht, einer Horrornacht im Auto oder auf der Strasse und der verzweifelten Suche nach Sicherheit. Die Begrüssungen sind herzlich. Das Vertrauen ist da: “Ihr wart mit uns im letzten Krieg; habt uns im Süden besucht und seid jetzt wieder da. Ihr Christen liebt unsere Kinder und unsere Kinder lieben euch.“
Inzwischen hat sich der Krieg intensiviert. Daniel und Bettina packen in Beirut an, um Binnenvertriebenen die Liebe Gottes ganz praktisch zu vermitteln: Beim Transport und der Verteilung von Essen und Kleidern, sowie der Unterstützung bei der Zubereitung von warmen Mahlzeiten, manchmal auch als ganze Familie. Der Alpha-Kurs geht nach einer Pause wieder weiter – mehr denn je wollen die beiden auf Jesus hinweisen. Andere Projekte und Dienste müssen warten, jetzt ist Flexibilität gefragt. Gleichzeitig baut Natalie, als Botin der Hoffnung, täglich an ihren Beziehungen in der Notunterkunft weiter, wo sie mit den Kindern spielt und die Mütter im Gespräch ermutigt.
Die Not wird immer grösser und aktuell ist noch kein Ende des Kriegs in Sicht, aber Natalie, Daniel und Bettina wissen, dass sie am richtigen Ort sind.
Mit Deiner Unterstützung können sie vielen Menschen in Wort und Tat Gottes Liebe bezeugen und lokale Kirchen und christliche Werke befähigen, ihr christliches Zeugnis hell strahlen zu lassen. Bete für die Menschen im Libanon und für Frieden in dieser besonderen Zeit. Danke, dass du mitträgst.
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Link für Spenden: Nothilfe Libanon - Payrexx - Schweizerische Missions-Gemeinschaft
Zweck: 540810 - Nothilfe Libanon

Hier ist eine kleine Auswahl an Videos über die Arbeit von unsere SMG-Mitarbeitern im Libanon: